Projektseminar “British Cuisine”

Während Ethno-Food allerorts beliebt ist, wird kaum jemand behaupten wollen, dass englische Küche einen guten Ruf genießt, stellte uns doch „Wildschwein mit Pfefferminzsoße“ oder „warmes Bier“ in Asterix bei den Briten zurecht die Nackenhaare auf. Ob diese Vorurteile zutreffen bzw. wie sich die englische Küche entwickelt, war Thema des P-Seminars „British Cuisine“.

Tatsächlich sind Vorbehalte gegen britisches Essen bei jungen Menschen wenig präsent – vielleicht wissen sie, dass das Klischee vom Sauerkraut und Würstchen essenden Deutschen auch nicht unbedingt der Realität entspricht. Im P-Seminar erfuhren die Schülerinnen und Schüler Wissenswertes über die englische, schottische und walisische Küche oder über die Starkochgruppe Great British Chefs. Diese besteht nicht nur aus Jamie Oliver, sondern beispielsweise aus no-waste-Koch Doug McMaster, der sinnlichen Nigella Laswon, der Ethnoköchin Nadja Hussain oder dem orientinspirierten Yottam Ottolenghi. Viele dieser Persönlichkeiten wurden weltweit bekannt mit Shows, z.B. Gordon Ramsay mit „Hell’s Kitchen“ oder Nia Lawson mit „At my table“. Der überwältigende Erfolg von The Great British Bake Off, ein Backwettbewerb, der seit 2010 in über 90 Sendungen ausgestrahlt wird, offenbart, dass Großbritannien kulinarisch aufgeholt hat. Weitere Inhalte des Seminars waren Referate zu verschiedenen Teigen als Grundlage für pikante und süße Gerichte (pies, tartes, flans, flummeries, puddings, sponge cakes, shortcrust, choux and puff pastry, batter etc.) 

„Menus from the Island“: Jede/r Seminarteilnehmer/in musste ein britisches Menu nach Wahl zu Hause zubereiten, bewerten und dokumentieren. 

Kochabend im Oktober (Diashow, Menü): Michael Petzl von der Kuchenbar kreierte mit dem Seminar in der Schulküche ein britisches Menü. Michael gewährte uns Einblicke in seinen Beruf bzw. seine Berufswahl in einem Interview.

Abschlussveranstaltung „Tea Party“: Die Schülerinnen und Schüler arrangieren ein Buffet mit britischen tea time basics.

Geschichte der englischen Küche 

Sattwerden statt Genießengeographische/klimatische Einflüsse: reduziertes Nahrungsangebotnur fades Essen; wenig Frisches/Abwechslungsreiches war verfügbar, satt sein war überlebenswichtig, nicht Genuss Armut: z.B. während kriegerischer Auseinandersetzungen (Eroberungen), während der kleinen Eiszeitund der dann ausbleibenden Ernten im 17. Jahrhundert, durch den Enclosure Act, im 18. Jahrhundert, der der Oberschicht erlaubte, Land einzuzäunen und damit Bauern zwang, in Städte abzuwandern, oder auch durch die Entstehung der armen Arbeiterklasse während der Industrialisierung religiöse Einflüsse:  Der Puritanismus gestand minderbemittelten gottgläubigen Menschen kein Recht auf Qualität und Geschmack zu – Genießen war verpönt, was sich nebst der Knappheit fatal auf die Geschmackserwartungen der Menschen auswirkte: „Dig in mate!“ statt „Bon appétit!“ die soziale DimensionOrgien der Oberschicht mit erlesenem, üppigem und exotischem Essen, Feiern bis der Arzt kam das British Empire: neue Waren aus Übersee wurden früh eingeführt, z.B. Kartoffeln, Tee, Kaffee, Rohrzucker im 19. Jahrhundert schlug der indische Einfluss zu Buche: neue, in Indien unbekannte Gerichte wie Chicken Tikka Masala – DAS britische Nationalgericht neben fish’n chips – wurden bekannter die britische Küche genoss im 19. Jahrhundert aufgrund der Leistung fähiger Köchinnen und Köche der upper classes und einer größeren Anzahl an qualitativ hochwertigen Zutaten einen guten Ruf, die ersten Kochbücher entstanden  länger anhaltende Lebensmittelknappheit nach den Weltkriegen, rationierte Lebensmittel bescheidene Geschmackserwartungen korrelieren mit dem Wunsch nach fettem, süßem und günstigem Essenfast food seit den 1960ern macht als comfort food schnell satt und ist in Großbritannien sehr populär; schlechtes Wetter, Alltagsstress etc. wird erträglich, es ist unterwegs verzehrbar – kulinarische Höhenflüge für jedermann erst ab der Mitte des 20. Jahrhunderts – großflächige Verfügbarkeit neuer und frischer Lebensmittel im Handel und Internationalisierung der Küche.

Definition von „tea party“ nach Oxford Languages
noun: tea party; plural noun: tea partiesa social gathering in the afternoon at which tea, cakes, and other light refreshments are served.a US political movement that emerged from a series of conservative protests against the federal government in 2009.
Eating habits
Das Mittelklasse family dinner am Samstag besteht oft aus einem Gang zu mehreren Fastfoodgeschäften. Indisch wird dann neben Pizza und fish’n chips in Styropor, Pappe oder Plastik gemeinsam vor dem Fernseher verzehrt.Im Supermarkt vermarkten Ketten in GB hoch verarbeitete Ware in Großpackungen mit eigenem Label, die industrielle Landwirtschaft in GB setzt wie keine andere in Europa auf Masse. Angesichts der Tatsache, dass vielerorts auch hier kleinere Landwirtschaften oder Metzger und Bäcker schließen bzw. keinen Nachwuchs finden, werden Supermärkte wahrscheinlich auch hier an Einfluss gewinnen. Googlesuche: „bread“ Milk Bread Recipe | Bon AppétitDie meisten Treffer zeigen weißes, industriell hoch verarbeitetes Weißbrot in Scheiben, also Toast.
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