Meine Zeit als “Jahrespraktikantin”

„Ist das eine Referendarin?“ – „Nein, sie ist doch Praktikantin“ – „Nein, das ist sie nicht, sie ist nämlich immer nur bei Frau Bodensteiner!“

Vor dem ersten Schultag habe ich mir diese Frage auch gestellt. Wie stelle ich mich vor der Klasse vor? Sage ich, dass ich Lehr:Werkerin bin auch wenn sich darunter vermutlich niemand etwas vorstellen kann?

Meine Entscheidung viel dann auf „Jahrespraktikantin“, obwohl die eigentlich richtige Bezeichnung für mich als Teilnehmerin an der Lehr:Werkstatt Lehr:Werkerin gewesen wäre mit Frau Bodensteiner als meine Lehr:Mentorin. Da aber dieses Projekt, welches sich für einen höheren Praxisanteil im Lehramtstudium einsetzt, in Regensburg noch nicht durchgeführt wurde, entschied ich mich lieber einen Bogen um die Bezeichnungen machen. Jahrespraktikantin trifft es auch eigentlich gut, denn für mich war die Lehr:Werkstatt Ersatz für das Pädagogisch-Didaktische Praktikum und es geht über ein ganzes Schuljahr.

Mein Schuljahr begann mit einer ersten Blockphase in der ich jeden Tag an der Schule verbracht habe und dabei bei verschiedenen LehrerInnen hospitieren und auch schon kleinere Sequenzen übernehmen konnte. Bereits in der zweiten Schulwoche durfte ich meine erste ganz eigene Stunde vorbereiten und durchführen und ab dann wurde mein aktiver Anteil am Unterricht immer mehr. Diese erste Blockphase verging für mich wie im Flug und dann während des Semesters war immer nur noch ein Tag pro Woche möglich.

Die Monate Februar und März waren meine Lieblingsmonate in diesem Schuljahr. Da ich wieder Semesterferien hatte, konnte ich also wieder jeden Tag an der Schule verbringen und viel Zeit in das Praktikum investieren. Es waren mit Abstand die intensivsten Wochen an der Schule, aber gleichzeitig auch die lehrreichsten.

Ich habe jetzt einen Eindruck davon, wie viel Vorbereitungszeit beispielsweise hinter einer Exkursion oder einer ganzen Fahrt steckt, worauf man beim Erstellen und Korrigieren von Leistungsnachweisen achten soll, was in Lehrer- und Fachkonferenzen diskutiert wird, wie viel Spaß die Methode des Teamteaching macht, wie unterschiedlich schnell oder langsam manche Dinge durchgeführt werden können und noch so Vieles mehr!

Neben all diesen praktischen Erkenntnissen, bedeutet Teil der Lehrwerkstatt zu sein, sich auch theoretisch vertieft mit Aspekten rund um den Schulalltag auseinanderzusetzen. Über das Jahr verteilt haben wir in Seminaren und Workshops viele neue Ideen für ein gutes Classroom-Management oder beispielsweise eine gelingende Gesprächsführung für schwierige Gespräche erhalten. All das blieb aber nie auf der theoretischen Ebene, denn in der folgenden Woche konnte ich das Neugelernte meistens direkt ausprobieren. 

Allgemein durfte ich im Laufe des Schuljahres so viele wertvolle Erfahrungen machen, die ich nicht missen möchte und an der Lehr:Werkstatt teilzunehmen, war trotz aller anfänglichen Zweifel, ob der freiwillige zusätzliche Aufwand neben des Studiums nicht zu groß sei, auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich kann jetzt mit ganz großer Sicherheit sagen, dass meine Studienwahl die richtige war und ich habe durch die Zeit an der Schule, nachdem ich gesehen habe, wofür ich eigentlich studiere, noch viel mehr Motivation für mein Studium bekommen. 

Was ich außerdem an dieser Form des Praktikums wirklich sehr schätze, ist die intensive Zusammenarbeit mit einer Lehrkraft, die dieselbe Fächerkombination wie man selbst hat. Man lernt die Klassen viel besser kennen, kann Fortschritte beobachten und zwischendrin Stunden zu übernehmen funktioniert viel reibungsloser.

Denn dass mein Schuljahr so schön und gewinnbringend war, lag mit Sicherheit auch an meiner tollen Tandempartnerin, die mir viel gezeigt hat, mich immer unterstützt hat und mir auch viel Freiraum für meine eigenen Ideen und meine Kreativität gelassen hat, wofür ich mich an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich bedanken möchte! 

                                                                                                                         Sarah Winklmann

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