Keine Stolpersteine in Heidenau – 

Opferschutz oder Verdrängung?

Heidenau, eine Kleinstadt in Sachsen, bundesweit bekannt für rechtsextreme Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft 2015. Politisch geprägt ist die Region von CDU und AfD, auf Landesebene regiert eine CDU-SPD-Koalition.

Was bisher geschah: Im September 2026 stimmte der Stadtrat für den aus AfD- und CDU-Reihen kommenden Antrag, künftig keine neuen Stolpersteine zu verlegen und stattdessen das Gedenken auf den lokalen Nordfriedhof zu verlegen.

Begründet wird dies damit, dass die Einlassung in den Boden nicht als würdevoll angesehen wird und Passanten auf den Steinen laufen würden. Die jüdische Gemeinde in München ist ähnlicher Meinung, weshalb dort auch keine Steine auf öffentlichem Grund zu finden sind.

Wieso ist das kritisch? 

Im Gegensatz zu München stammt der Antrag nicht aus der jüdischen Gemeinde, sondern von rechten bzw. konservativen Partien. Möglicherweise geht es hier aus vermeintlich gutgemeinten Gründen darum, das Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus aus der Stadtmitte auf den Friedhof außerhalb zu verdrängen. 

Das internationale Auschwitz-Komitee nennt den Vorgang eine „Schäbigkeit“. 

Geht es darum, Stolpersteine vor „Fußtritten“ zu schützen oder vielmehr darum, Gedenkorte aus der Stadt zu verbannen?

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