Kammerkonzert des WvSG beeindruckt mit außergewöhnlicher Vielfalt und Qualität

Das Kammerkonzert des Werner-von-Siemens-Gymnasiums hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des schulischen Kulturlebens entwickelt und auch in diesem Jahr wurde eindrucksvoll deutlich, welchen Stellenwert die Musik am WvSG einnimmt. In der voll besetzten Turnhalle erlebte das Publikum einen Konzertabend, der durch seine Vielfalt, seine künstlerische Qualität und die spürbare Hingabe aller Mitwirkenden nachhaltig beeindruckte.

Bereits im Vorfeld hatte sich die besondere Dimension dieses Abends abgezeichnet: Über 30 Beiträge wurden angemeldet, so viele wie noch nie. Dass nicht alle Beiträge berücksichtigt werden konnten, spricht weniger für eine Einschränkung als vielmehr für das außergewöhnlich hohe musikalische Engagement und Niveau innerhalb der Schülerschaft. So entstand ein Programm, das die ganze Bandbreite musikalischen Ausdrucks widerspiegelte. Werke aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen fügten sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Von barocken Klängen bis hin zu moderner Popmusik-Arrangements war für alle etwas dabei. Eindrucksvolle Akzente setzten unter anderem das Violinkonzert in g-Moll von Max Bruch, der berühmte erste Satz aus der kraftvollen „Pathétique“-Sonate von Ludwig van Beethoven, das klanglich feine „Impromptu“ von Franz Schubert, ein schwungvoller Satz aus dem Forellenquintett und viele mehr. Ebenso bereicherten romantische Charakterstücke wie Tschaikowskis „Barcarole“ sowie kammermusikalische Werke von Mozart und Schubert den Abend.

Besondere Aufmerksamkeit zogen zudem zwei klassische Sängerinnen mit dem “Flower-Duett” aus der Oper “LAKMÉ” auf sich, das mit klanglicher Feinheit und musikalischer Balance überzeugte. Einen außergewöhnlichen und für das WvSG neuen Akzent setzte darüber hinaus eine moderne szenische Inszenierung der Arie „Voi che sapete“ aus Mozarts „Le nozze di Figaro“. Die solistische Gesangspartie wurde dabei von einem kleinen Streichorchester begleitet, eine Kombination, die in dieser Form erstmals am WvSG zu erleben war und beim Publikum großen Eindruck hinterließ.

Dabei überzeugten die jungen Musikerinnen und Musiker nicht nur durch technische Sicherheit, sondern vor allem durch ein feines Gespür für musikalischen Ausdruck und gemeinsames Musizieren. Gerade in den kammermusikalischen Besetzungen wurde diese besondere Qualität spürbar: Zuhören, aufeinander reagieren, gemeinsam gestalten. All das verlieh dem Konzert seine besondere Atmosphäre. Ein besonderer Moment entstand gegen Ende des Abends, als die Girls Group mit „May It Be“ aus dem Film “Herr der Ringe” einen musikalischen Abschied von der vertrauten Turnhalle gestaltete. Mit dem bevorstehenden Umzug in den Neubau wird künftig die neue Aula den Rahmen für das Kammerkonzert bieten.

Dass der Konzertabend so reibungslos und stimmungsvoll gelingen konnte, ist nicht zuletzt dem Engagement vieler Beteiligter zu verdanken. Die Organisation und Moderation lag in den Händen des P-Seminars „Konzertorganisation und Eventmanagement“, das mit großer Souveränität durch den Abend führte. Der Elternbeirat sorgte in der Pause für das leibliche Wohl. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler vom Technik-Team sowie den Schulsanitätern, die im Hintergrund für einen sicheren und professionellen Ablauf sorgten.

Am Ende stand nicht nur der Dank des Schulleiters Herrn Dr. Freytag an alle Mitwirkenden und das Publikum, sondern auch die spürbare Anerkennung für eine Leistung, die weit über einen gewöhnlichen Konzertabend hinausgeht. Das Kammerkonzert 2026 hat einmal mehr gezeigt, welches musikalische Potenzial am Werner-von-Siemens-Gymnasium vorhanden ist. Es ist ein Konzert, das nicht nur durch seine Qualität überzeugt, sondern auch durch das, was es sichtbar macht: Begeisterung, Gemeinschaft und die Freude am gemeinsamen Musizieren.

Julia Ebner-Putz, StRin

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