Die Geschichte-bilingual-Fahrt nach Niederbronn-les-Bains 2025

Im Schuljahr 2024/25 hatte die 9. Jahrgangsstufe wie schon in den Vorjahren die Gelegenheit, das Fach Geschichte bilingual zu belegen. Der Geschichtsunterricht fand dann zum Teil auf Deutsch und zum Teil auf Französisch statt. Wer Geschichte bilingual besucht, konnte in der Woche von 07.07. bis 11.07.2025 an einer fünftägigen Klassenfahrt nach Niederbronn-les-Bains in Frankreich teilnehmen. Die 32 Schülerinnen und Schülern von unserer Schule wurden von Herrn Zilker und Frau Schmid und 17 Schülerinnen und Schülern des Neuen Gymnasiums Nürnberg und deren Lehrern begleitet. Die Fahrt konnte durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. stattfinden.

Am Montag begann um 8 Uhr die Hinfahrt mit dem Bus, bei der wir die Schülerinnen und Schüler aus Nürnberg an ihrer Schule abholten und unterwegs zudem ca. 45 Minuten Pause an einer Tankstelle machten, um uns die Füße zu vertreten oder um in Ruhe zu essen. Geplant wäre auch noch eine Wanderung zur Burg Fleckenstein bei Lembach im Unterelsass gewesen, doch diese konnten wir wegen eines Gewitters nicht antreten. Als wir um etwa 16:00 Uhr bei der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Albert Schweitzer (CIAS) angekommen sind, wurden uns dort Informationen über unseren Aufenthalt gegeben.

Danach konnten wir unsere Zimmer beziehen und uns die Unterkunft etwas anschauen, bevor wir in den Ort gegangen sind, um eine Stadt-Rallye zu machen, wofür Kreativität erforderlich war. Wir haben in kleinen Gruppen Fotos zu verschiedenen „Grenzen“ gemacht, etwa zu Sprachgrezen oder geographischen Grenzen. Wer das kreativste Foto hatte, hat einen Preis in Form von französischen Köstlichkeiten bekommen. Für den ersten Tag war das eine unserer Meinung nach sehr gut gewählte Aktivität, auch, weil wir uns nach der Busfahrt bewegen konnten. Danach gab es Abendessen und dann hatten wir Freizeit und konnten diese draußen auf dem Basketball-, Fußball- oder Volleyballplatz oder in der Unterkunft selbst verbringen.

Zum Frühstück konnten wir immer an einem Buffet mit Baguette, Schinken, Käse, Müsli, Honig, Marmelade und vielem mehr auswählen. Am Dienstag sind wir mit dem Bus nach Verdun gefahren und hatten Lunchpakete zum Mittagessen dabei (belegte Baguettes und dazu Obst, Müsliriegel, Madeleines und Chips). Als wir in Verdun angekommen sind, haben  wir zuerst ein Museum namens „Mémorial de Verdun“ besucht. Dort ging es um die Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg, die beeindruckend gut und lehrreich dargestellt wurde. Gleichzeitig war die Ausstellung erschreckend, weil auch die individuellen menschlichen Erfahrungen im Krieg thematisiert wurden. Nach der Mittagspause sind wir ins „Fort Douaumont“ gefahren, was meiner Meinung nach das absolute Highlight dieses Tages war, vor allem, weil wir direkt vor Ort gesehen haben, wie die Soldaten leben mussten und wir einen sehr realistischen Eindruck von den Befestigungsanlagen des Stellungskriegs bekamen. Danach waren wir im Gebeinhaus, dem Ossuaire de Douaumont, in dem rund 130.000 Gebeine von nicht identifizierten französischen und deutschen Soldaten bestattet sind. Heute ist das Gebeinhaus jedoch auch ein Symbol für die deutsch-französische Aussöhnung. Dort haben wir zuerst einen informativen Film angesehen und hatten dann eine sehr spannende Führung.

Im Anschluss besichtigten wir das im Ersten Weltkrieg zerstörte Dorf Fleury, das wir uns noch spektakulärer vorgestellt hatten. Man sieht dort keine Häuser mehr, allerdings noch einige Wegweiser und Gedenksteine, und eine durch die Kämpfe geformte hügelige Landschaft. Nach unserem Aufenthalt in Verdun sind wir zur Unterkunft zurückgefahren, haben gegessen und den Abend ausklingen lassen.

Der Mittwoch war ein Tag ohne Busfahrt, denn nach dem Frühstück wurden wir vor Ort an der Jugendbegegnungsstätte CIAS in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen getrennte Führungen über den Friedhof bei unserer Unterkunft. Auf der Kriegsgräberstätte sind Tote des Zweiten Weltkriegs bestattet, die zum Teil auch dorthin verlegt wurden. Im Mittelpunkt des Rundgangs standen Einzelschicksale von Kriegstoten. Diese wurden sehr anschaulich durch Dokumente und Objekte, welche der Gedenkstätte durch Angehörige der Bestatteten zur Verfügung gestellt wurden. Wir konnten erkennen, dass ihre Lebenswege und ihre Einstellung zum Zweiten Weltkrieg sehr unterschiedlich waren. Am Nachmittag hatten wir Workshops zum Zweiten Weltkrieg in der Gedenkstätte CIAS, was meiner Meinung nach sehr viel Spaß gemacht hat, da man viel lernen konnte. Das lag daran, dass wir selbst zu spannenden Themen mit entsprechenden Aufträgen arbeiten mussten. Bei einer Station befassten wir uns mit dem Leben einer auf dem Friedhof begrabenen Person, die wir selbst auswählen durften. Bei einer weiteren Station setzten wir uns mit letzten Briefen von Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus auseinander. Zuletzt analysierten wir mithilfe von Besucherbüchern die Einstellung von heutigen Gedenkstättenbesuchern zum NS-Staat und zum Zweiten Weltkrieg.

Im Anschluss wanderten wir zu einem nahegelegenen See und umrundeten diesen. Die Strecke war von der zeitlichen Länge (~1,5 Stunden) und von den Wegen her sehr angenehm zu laufen und nicht zu anstrengend. Nachdem wir zurückgekommen sind und nach dem Abendessen durften wir uns frei beschäftigen.

Der Donnerstag war für mich und für viele, mit denen ich gesprochen habe, ein weiteres Highlight. Nach dem Frühstücken machten wir uns selbst Lunchpakete und sind dann mit dem Bus nach Straßburg gefahre, wo wir zum Münster gelaufen sind und die dortige Plattform erklommen haben. Aus 66 Metern Höhe hatten wir bei Sonnenschein eine einwandfreie Aussicht auf Straßburg, die Vogesen und den Schwarzwald. Nachdem wir über enge Treppen wieder hinuntergelaufen waren, haben wir eine Stadtrallye in kleinen Gruppen durch Straßburg gemacht, wobei wir Informationen zu bestimmten Orten sammeln, Fragen beantworten und Interviews mit Straßburgerinnen und Straßburgern führen sollten. Dies hat unsere Orientierung in der Stadt extrem gefördert und die Gruppe weiter zusammengeschweißt. Wenn man sich gut bei der Rallye geschlagen hatte und dementsprechend viele richtige Antworten notieren konnte, bekam man wieder eine französische Köstlichkeit als Preis von den Lehrern. Nach der Rallye durften wir unsere Zeit in Straßburg frei gestalten und die Stadt individuell besichtigen. Viele besuchten französische Cafés, nutzten die Gelegenheit für Einkäufe und schlenderten durch das idyllische Viertel Petite France am Fluss Ill. Um 18 Uhr ging die gesamte Gruppe gemeinsam zum Flammkuchenessen und auch das war etwas, was den Tag zu einem der Besten der Woche gemacht hat. Es gab verschiedene Flammkuchen, beispielsweise mit Speck und Zwiebeln, Speck und Champignons, oder mit Tomaten, Zucchini, Zwiebeln und Knoblauch. Als Dessert verspeisten wir auch noch Flammkuchen mit Karamellsoße und welche mit Schokoraspeln. Alle waren extrem lecker. Danach sind wir mit dem Bus zurück zur Unterkunft gefahren. Zum Abschluss dieses Tages mussten wir langsam packen, denn am Freitag sind wir morgens nach dem Frühstück gegen 08:30 Uhr zur Rückfahrt aufgebrochen.

Schlussendlich kann man sagen, dass es sich wirklich sehr gelohnt hat, an der Fahrt teilzunehmen. Man konnte vor Ort viel Neues zur Geschichte Deutschlands und Frankreichs erfahren, neue Freundschaften schließen, seine Alltagskompetenz auf die Probe stellen und natürlich sein Französisch testen. Dazu kommt, dass man sich untereinander nun noch besser versteht.

von Nathalie Fischer für die 9bcde Geschichte bilingual

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